Von 1898 bis 1911 gab es in Eibesthal Passionsspiele, die mit enormen Aufwand inszeniert wurden und überregionale Bedeutung hatten. Eine eigene Festspielhalle für fast 1000 Zuschauer wurde gebaut. Über 100 DorfbewohnerInnen spielten mit. Der Erlös der Spiele sollte dem Bau einer neuen Kirche dienen. Im Zuge des 1. Weltkrieges und wegen eines erheblichen Erneuerungsbedarfes der Ausstattung wurden die Spiele nicht mehr fortgeführt.

Die alte Kirche wurde im 2. Weltkrieg völig zerstört. In der neu errichteten Kirche fand der Gedanke der Wiederaufnahme der Passionsspiele seinen baulichen Ausdruck: die Vorderfrontgestaltung der Kirche gibt eine bespielbare Kulisse ab; unter der Kirche wurde ein Saal mit einer fixen Theaterbühne geschaffen; der bühnenartig erhöhte Hochaltar legt eine Inszenierung nahe.

Die Stadt Mistelbach, in deren Gemeindegebiet Eibesthal liegt, nimmt sich seit 20 Jahren intensiv des fast vergessenen Puppen- und Figurentheaters an. Die Mistelbacher Puppentage haben mittlerweile internationalen Ruf erreicht.
Die Verknüpfung der beiden Traditionsstränge aus Eibesthal und Mistelbach bot sich geradezu an und war nur mehr eine Frage des geeigneten Zeitpunktes.

Mit dem bedeutungsvollen Jahr 1999, als letztem vor der Jahrtausendwende, war der geeignete Zeitpunkt gekommen, die Botschaft vom Leiden und Sterben und der Auferstehung Jesu Christi wieder "auf die Bühne zu bringen".